NEU:DENKEN

Wir freuen uns sehr, dass wir euch nach dieser langen und kraftraubenden Durststrecke das neue Thema für die kommende Periode und Ausstellung im DELPHI präsentieren können.

ÜBER:BRÜCKEN wollten wir Orte miteinander verbinden und über Hindernisse hinweg Alt und Neu zusammenbringen. Auf der unbekannten Seite der Brücke erwarteten uns neue AUF:GABEn, die kreativ bewältigt werden wollten. Viele dieser Herausforderungen sind mit dem Denk- und Handlungswerkzeug der Vergangenheit in ihren gefestigten Strukturen nicht zu bearbeiten. Unsere Gewohnheiten, Überzeugungen und Horizonte werden auf den Prüfstand gestellt und – im besten Fall – erweitert. Dazu ist es nötig, Dinge auf eine neue, vielleicht andere Weise zu betrachten. Genau mit diesem Moment der Verunsicherung, des Umbruchs und der Erweiterung möchten wir uns mit dem neuen Thema NEU:DENKEN beschäftigen.

Wir können auf zwei verschiede Arten etwas NEU:DENKEN. Auf der einen Seite kennt jeder den Moment, in dem man zum ersten Mal (an) etwas denkt. Durch ständige Erweiterung des bereits gedachten sind wir alle genau die individuelle und doch mit anderen verbundene Person, die wir in eben diesem Moment sind; sind wir zu dem geworden, was wir sind. Andererseits ist ein Gedanke nur im ersten Moment die Fläche des erstmals Gedachten. Erst im Verlauf der Zeit entfaltet und erweitert er sich zu einem plastischen, facettenreichen Objekt. Doch kann diese Tiefe nur durch das NEU:DENKEN des bereits Gedachten entstehen. Wenn man so will, breitet der Gedanke erst dann seine Flügel aus, lernt zu fliegen und gewinnt eine neue Perspektive. Er verortet sich neu und aus einer anfänglichen Neugier wird Interesse.

Doch verläuft NEU:DENKEN nicht immer parallel zu den Pfaden von Freiheit und Möglichkeit. Oft zwingt uns gerade eine Einschränkung dazu, Dinge neu zu denken, um in der Begrenzung / dem Rahmen der neuen Situation unsere Freiheit zu erreichen. Die aktuelle Situation führt uns genau diesen Mechanismus eindrucksvoll vor Augen. Wir laden euch dazu ein, sie mit uns gemeinsam kreativ, bedacht und mit neuen Ideen zu erfüllen.

Bewerbungen bitte an: info@delphi-space.com
Abgabefrist: 31.05.2020
Vernissage: 18.06.2020
Eröffnung: 19.06.2020-26.06.2020

AUF:GABE

Nachdem das erste DELPHI Thema „ÜBER:BRÜCKEN“ in unsere erste Ausstellung überging, in der sich 7 Künstlerinnen und 7 Künstler auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit der Thematik auseinandersetzten, ist es nun an der Zeit das neue Thema anzupacken.Bei unserer ersten Ausstellung war es uns besonders wichtig, mit dem Thema „ÜBER:BRÜCKEN“ zu beginnen, da die Brücke grundlegend als Sinnbild für unseren Raum steht. In der kommenden Arbeitszeit ist es für uns von Bedeutung an das erste Thema anzuknüpfen. So entstehen von Thematik zu Thematik ineinandergreifende Übergänge. Nachdem wir den Übergang hinter uns gelassen haben, werden wir in der nächsten Arbeitszeit auf neue Aufgaben stoßen. Genau diese Aufgaben sind es, mit denen wir uns gemeinsam mit euch beschäftigen wollen.Was passiert, wenn wir auf eine neue Aufgabe stoßen und was steckt überhaupt in dem Wort Aufgabe?Jeder kennt alltägliche Aufgaben. Immer verlangen sie zumindest vorübergehend nach der Aufgabe anderer Tätigkeiten, Gewohnheiten oder Strukturen. Man verlässt also Altes, um Neues zu entdecken.Eine neue Aufgabe bedeutet keineswegs das vollkommene Aufgeben, das Ersetzen des vorher Dagewesenen. Nach dem Überqueren eines Hindernisses wird das Neue immer auch mit Hilfe alter Mechanismen angegangen, das heisst wir benutzen Bekanntes, um neue Aufgaben zu bewältigen. Gleichzeitig bietet sich im Neuen - vielleicht sogar besser als anderswo - die Chance, ungewolltes Altes hinter sich zulassen. Haben wir bei jeder Aufgabe die Möglichkeit zu entscheiden, was wir mitnehmen und was nicht? Dieser Text kann euch als Inspiration dienen, das Thema zu eurer künstlerischen Aufgabe zu machen.

Bewerbungen bitte an: info@delphi-space.com
Abgabefrist: 10.02.2020
Vernissage: 20.02.2020
Eröffnung: 21.02.2020-28.02.2020

ÜBER:BRÜCKEN

Die Gestaltqualität einer Brücke wird auch und vor allem durch den Grad der Ganzheit bestimmt. Diese Ganzheit umfasst auch den Kontext, die Umgebung der Brücke. Das Umfeld ist in der Regel vorggeben, und die Brücke wird eingefügt. Oder aber die unmittelbare Umgebung der Brücke wird durch diese beeinflusst und im Zusammenhang mit ihr gestaltet. Immer ist diese Umgebung wesentlicher Teil einer guten Lösung. Insofern wird die Form entsprechend den Anforderungen der Umgebung immer verschieden sein. Die Gestalt einer Brücke kann nur unwesentlich duch architektonische Stile geprägt werden, denn die Architektur einer Brücke unterscheidet sich grundsätzlich von der eines Hauses. Hier tritt nicht, wie bei einem Haus, die Fassade, eigentlich ein sekundäres strukturelles Element, in Erscheinung, sondern vor allem das primäre Strukturelement: das Tragwerk. Wo eine Brücke entsteht, ist immer ein besonderer Ort, hier laufen nicht nur Verkehrswege, sondern auch Kraftlinien zusammen. Hier findet eine Auseinandersetzung mit für die Landschaft und die Stadt wesentlichen Aspekte statt. Mit Vollendung der Brücke ist der Ort nicht mehr der gleiche. Das atmosphärische Kraftfeld eines Ortes, das in allen Kulturen und Epochen erkannt wurde, war für die Römer das Wirken eines an den Ort gebundenen Geistes, des Genius loci (“der Geist des Ortes“). In der harmonischen Verbindung von Bauwerk und Ort tritt die Kraft des Ortes zutage. Inspiriert von dem Text laden wir dazu ein, sich künstlerisch mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Bewerbungen bitte an: info@delphi-space.com
Abgabefrist: 09.12.2019
Vernissage: 19.12.2019
Eröffnung: 20.12.2019-27.12.2019