GPA:preview

Heideggers's Valley or Techne & the 3 Fools

29/7/2021

-

12/8/2021

Große Polizeiausstellung preview Exhibition by Philipp Poell

Vernissage: 29/07/2021 - 18:00-22:00

Open: 30/07/2021 - 07/08/2021 - upon request

Finissage: 08/08/2021 - 18:00 -22:00

Das Wort Polizei leitet sich vom griechischen Begriff Politeía ab, der so viel wie der Staat oder die Staatsverwaltung bedeutet. Durch Platons gleichnamiges Werk ist die Politeía bis heute vielen bekannt. Er beschreibt darin den Aufbau und die Funktionsweise eines „idealen“ Staates und bestimmt die sogenannten Wächter als Bewahrer der öffentlichen Ordnung und Erzieher zu moralischem Verhalten. Dieser philosophische Grundstein hat die Entstehung der Polizei, wie wir sie heute kennen, begleitet und nimmt noch immer Einfluss auf ihre Leitbilder.

 

In Deutschland ist die Polizei Teil der Exekutive (Gesetzesausführung), die im Sinne der Gewaltenteilung neben Legislative (Gesetzgebung) und Judikative (Gerichtsbarkeit) eine der drei Grundsäulen des demokratischen Staates darstellt. Die Polizei und ihre Beamt*innen unterstehen dem Innenministerium des jeweiligen Bundeslandes und dem entsprechenden Polizeirecht, das ihre Befugnisse bestimmt und von der Gesetzgebung geformt und beeinflusst wird. Dieses spricht der Polizei als Exekutivorgan das staatliche Gewaltmonopol zu, wodurch die Anwendung von Gewalt durch unmittelbaren Zwang, unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit und innerhalb gesetzlicher Grenzen erlaubt wird.

 

Die Aufgaben der Polizei sind umfangreich und vielfältig. Sie erstrecken sich vom Verkehrsunterricht in den Grundschulen über die Absicherung von Sportveranstaltungen, der polizeilichen Präventionsberatung und Gefahrenabwehr, dem Schutz staatlicher Einrichtungen und Amtsträger, der Verfolgung von Straftaten bis hin zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus. In diesen Tätigkeiten wird erneut die Dualität der Aufgaben zwischen moralischem Vorbild / moralischer Erziehung und Bewahrer der öffentlichen Ordnung und des Gesetzes erkennbar, die schon Platon anstrebte.

 

Die Moralität und der Vorbildcharakter sind grundlegende Wesenszüge eines Staatsorganes, das über das Gewaltmonopol verfügt. Sie sind Bestandteil der Ausbildung zu Polizeibeamt*innen und finden sich in jedem Leitbild der Institution. So schreibt die Polizei Baden-Württemberg, dass Menschlichkeit und Gerechtigkeit ihr Ziel, das Menschenbild des Grundgesetzes und die Achtung der Würde eines jeden Menschen für sie verbindlich sei.

 

 Die Ausstellung GPA Preview im DELPHI_space ist ein erster Ausblick auf die noch folgende Große Polizei Ausstellung.

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Die Schnelllebigkeit des modernen Zeitalters und die damit einhergehende Undurchsichtigkeit der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstärken die Kontraste unserer Lebensweisen. Wie dabei äußere Einflüsse auf uns wirken und unsere Positionierung stetig verfestigen oder verändern, bleibt oft unverständlich und unbemerkbar. Die Sprache als Kommunikationsmedium wirkt in diesem Zusammenhang subtil auf uns ein. Sie birgt Entwicklungen und Traditionen in sich und ist ein unterschwelliges Mittel der Einflussnahme, was in ihrem alltäglichen Gebrauch nicht immer offensichtlich ist.
Das zentrale Element der Präsentation von Elisa Jule Braun und Moritz Stumm, die Video-Installation HEIDEGGER’S VALLEY OR TECHNE & THE 3 FOOLS, greift dieses Spannungsfeld auf.

Im Video treffen der „dreiköpfige Höllen-CEO“ und die von ihm erschaffene KI „Techne“ bei dem Vorhaben, ein neues Silicon Valley in der Kleinstadt Meßkirch entstehen zu lassen, auf schwäbische Narren und den wiedergeborenen Philosophie-Bot „Hightekker“. In dieser skurrilen Situation stehen sich Tradition als Vergangenheitsform und Zukunft als Glaube an technologischen Fortschritt gegenüber und versuchen miteinander zu kommunizieren. Es entsteht eine humoristisch erzählte Geschichte um Sprache und ihre Eigenschaft, zugleich verbindendes und trennendes Element zu sein. Zwischen Realität und Fiktion wird ersichtlich, wie durch Sprache Denkweisen vermittelt sowie bewahrt werden und sich somit Machtstrukturen manifestieren können.

Die Objekte und installativen Arbeiten im Raum greifen Elemente des Videos auf. Sie ergänzen und vertiefen die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik. Dabei versuchen beide Künstler*innen auf humorvolle Art die komplexen und kontroversen Dynamiken unserer Gesellschaft aufzuzeigen, ohne dabei eindeutig Partei zu ergreifen. Das fortlaufende Projekt dient dementsprechend als ein Raum für Reflexion, der in Hinblick auf unsere Geschichte, Gegenwart und Zukunft Bewusstsein schaffen soll.

Die Schnelllebigkeit des modernen Zeitalters und die damit einhergehende Undurchsichtigkeit der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstärken die Kontraste unserer Lebensweisen. Wie dabei äußere Einflüsse auf uns wirken und unsere Positionierung stetig verfestigen oder verändern, bleibt oft unverständlich und unbemerkbar. Die Sprache als Kommunikationsmedium wirkt in diesem Zusammenhang subtil auf uns ein. Sie birgt Entwicklungen und Traditionen in sich und ist ein unterschwelliges Mittel der Einflussnahme, was in ihrem alltäglichen Gebrauch nicht immer offensichtlich ist.
Das zentrale Element der Präsentation von Elisa Jule Braun und Moritz Stumm, die Video-Installation HEIDEGGER’S VALLEY OR TECHNE & THE 3 FOOLS, greift dieses Spannungsfeld auf.

Im Video treffen der „dreiköpfige Höllen-CEO“ und die von ihm erschaffene KI „Techne“ bei dem Vorhaben, ein neues Silicon Valley in der Kleinstadt Meßkirch entstehen zu lassen, auf schwäbische Narren und den wiedergeborenen Philosophie-Bot „Hightekker“. In dieser skurrilen Situation stehen sich Tradition als Vergangenheitsform und Zukunft als Glaube an technologischen Fortschritt gegenüber und versuchen miteinander zu kommunizieren. Es entsteht eine humoristisch erzählte Geschichte um Sprache und ihre Eigenschaft, zugleich verbindendes und trennendes Element zu sein. Zwischen Realität und Fiktion wird ersichtlich, wie durch Sprache Denkweisen vermittelt sowie bewahrt werden und sich somit Machtstrukturen manifestieren können.

Die Objekte und installativen Arbeiten im Raum greifen Elemente des Videos auf. Sie ergänzen und vertiefen die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik. Dabei versuchen beide Künstler*innen auf humorvolle Art die komplexen und kontroversen Dynamiken unserer Gesellschaft aufzuzeigen, ohne dabei eindeutig Partei zu ergreifen. Das fortlaufende Projekt dient dementsprechend als ein Raum für Reflexion, der in Hinblick auf unsere Geschichte, Gegenwart und Zukunft Bewusstsein schaffen soll.

Vernissage: 29/07/2021 - 18:00-22:00

Open: 30/07/2021 - 07/08/2021 - upon request

Finissage: 08/08/2021 - 18:00 -22:00

Das Wort Polizei leitet sich vom griechischen Begriff Politeía ab, der so viel wie der Staat oder die Staatsverwaltung bedeutet. Durch Platons gleichnamiges Werk ist die Politeía bis heute vielen bekannt. Er beschreibt darin den Aufbau und die Funktionsweise eines „idealen“ Staates und bestimmt die sogenannten Wächter als Bewahrer der öffentlichen Ordnung und Erzieher zu moralischem Verhalten. Dieser philosophische Grundstein hat die Entstehung der Polizei, wie wir sie heute kennen, begleitet und nimmt noch immer Einfluss auf ihre Leitbilder.

 

In Deutschland ist die Polizei Teil der Exekutive (Gesetzesausführung), die im Sinne der Gewaltenteilung neben Legislative (Gesetzgebung) und Judikative (Gerichtsbarkeit) eine der drei Grundsäulen des demokratischen Staates darstellt. Die Polizei und ihre Beamt*innen unterstehen dem Innenministerium des jeweiligen Bundeslandes und dem entsprechenden Polizeirecht, das ihre Befugnisse bestimmt und von der Gesetzgebung geformt und beeinflusst wird. Dieses spricht der Polizei als Exekutivorgan das staatliche Gewaltmonopol zu, wodurch die Anwendung von Gewalt durch unmittelbaren Zwang, unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit und innerhalb gesetzlicher Grenzen erlaubt wird.

 

Die Aufgaben der Polizei sind umfangreich und vielfältig. Sie erstrecken sich vom Verkehrsunterricht in den Grundschulen über die Absicherung von Sportveranstaltungen, der polizeilichen Präventionsberatung und Gefahrenabwehr, dem Schutz staatlicher Einrichtungen und Amtsträger, der Verfolgung von Straftaten bis hin zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus. In diesen Tätigkeiten wird erneut die Dualität der Aufgaben zwischen moralischem Vorbild / moralischer Erziehung und Bewahrer der öffentlichen Ordnung und des Gesetzes erkennbar, die schon Platon anstrebte.

 

Die Moralität und der Vorbildcharakter sind grundlegende Wesenszüge eines Staatsorganes, das über das Gewaltmonopol verfügt. Sie sind Bestandteil der Ausbildung zu Polizeibeamt*innen und finden sich in jedem Leitbild der Institution. So schreibt die Polizei Baden-Württemberg, dass Menschlichkeit und Gerechtigkeit ihr Ziel, das Menschenbild des Grundgesetzes und die Achtung der Würde eines jeden Menschen für sie verbindlich sei.

 

 Die Ausstellung GPA Preview im DELPHI_space ist ein erster Ausblick auf die noch folgende Große Polizei Ausstellung.

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Valentin Fischer