K/eIN Kollektiv +1

Heideggers's Valley or Techne & the 3 Fools

7/1/2022

-

13/1/2022

Groupexhibition with Friedrich Andreoni, Pharaz Azimi, Anneliese Greve, Yunsun Kim and Nina Plášková

Di.-So. 18:00-20:00 Uhr

@DELPHI_space Emmendinger Straße

Vernissage: 07/01/2022 - 18:00-22:00

Open: 08/01/2022 - 12/01/2022 - 18:00-20:00

Finissage: 13/01/2022 - 18:00-22:00

K/eIN Kollektiv +1

 

Das K/eIN-Kollektiv ist ein Zusammenschluss von in Berlin ansässigen Künstler*innen. Die ungewöhnliche Schreibweise enthält mehrere Informationen über die Grundsätze und Arbeitsweisen des Kollektivs. „Kein“ und „Ein“ verweisen darauf, dass nicht nur gemeinschaftliche Arbeiten zu spezifischen Themen entstehen, sondern durch gegenseitige Bestärkung auch individuelle künstlerische Positionen weiterentwickelt werden.

Gleichzeitig steht das „KIN“ für die gleichnamige Verwandtschafts-Metapher und Theorie von Donna Haraway, in der unterschiedliche Spezies in ihren Lebens- und Arbeitsformen neue und ungewöhnliche Zusammenhänge und Verwandtschaften schließen. Darin schließt sich der Kreis zu einem der Grundsätze des DELPHI_space, unterschiedliche Künste und Lebensweisen zusammenzubringen, um Neues entstehen zu lassen.

 

In der Gruppenausstellung K/eINKollektiv +1 laden wir 5 Künstler*innen dazu ein, DELPHI_space zubespielen. Dabei wird die Herangehensweise des Kollektivs, sich künstlerisch gegenseitig zu beflügeln, zugleich aber die Individualität zu bewahren, offensichtlich.

 

Als +1 unterlegt die Soundinstallation von Friedrich Andreoni die Ausstellung des Kollektivs mit einer zunächst schwer definierbaren Klanglandschaft. Durch die nachträgliche Verfremdung mit Reverbs und Filtern verschwimmen die Grenzen der ursprünglichen Quellen. Die gesampelten italienischen Volkslieder verschwimmen so mit Segel- und Walfangliedern zu einer subtilen Klangsphäre.

 

Die kleinen Wandobjekte des Künstlers Pharaz Azimi heißen Tiramisu. Die Übersetzung als „Muntermacher“ oder „Aufmunterer“ regt die Besucher*innen dazu an, mit den Stücken zu interagieren. Die Bilder zeigen Aktionen und Interventionen des Künstlers im öffentlichen Raum. Dabei sieht man ihn beispielsweise, wie er den Abstand der Räder eines geparkten Autos zum Straßenrand in München misst, der maximal 30cm betragen sollte. In einer anderen Situation schließt Azimi USB-Sticks in einem Elektromarkt an, um persönliche Bilder und dadurch eine Ausstellung im Geschäft zu öffnen. 

 

Anneliese Greve begibt sich in ihrer künstlerischen Praxis mit Hilfe von archäologisch anmutenden Methoden in die philosophische Welt der Anthropologie. Die Firewood betitelten Arbeiten in der Ausstellung sind handgeformte Keramik-Äste, die durch Aluminiumverbindungen zusammengehalten werden. Das menschliche Interesse an der Reproduktion des Natürlichen steht dabei im Vordergrund.

 

Die Künstlerin Yunsun Kim erforscht die sozialen, politischen und kapitalistischen Mechanismen, die unsere tägliche Wahrnehmung regulieren und beeinflussen. Ihre Installation ARE WE HUMAN ORARE WE DANCER besteht aus gestapelten Briefablagen, auf denen jeweils ein Profilbild mit zugehöriger Berufsbeschreibung auf Papier liegt. Die Profile sind jedoch keine echten Personen, sondern durch einen Algorithmus für maschinelles Lernen erzeugt.

 

Nina Plášková zeigt eine Auswahl von Zeichnungen aus ihrem Katalog der Eingelegten. Die darauf abgebildeten Wesen erinnern in Zusammenhang mit dem Titel an konserviertes Leben nach dem Tod. Dazu passend beschreibt die Künstlerin, dass ihre Inspirationsquellen oft in natur-, medizinhistorischen und archäologischen Museen liegen.

Die Schnelllebigkeit des modernen Zeitalters und die damit einhergehende Undurchsichtigkeit der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstärken die Kontraste unserer Lebensweisen. Wie dabei äußere Einflüsse auf uns wirken und unsere Positionierung stetig verfestigen oder verändern, bleibt oft unverständlich und unbemerkbar. Die Sprache als Kommunikationsmedium wirkt in diesem Zusammenhang subtil auf uns ein. Sie birgt Entwicklungen und Traditionen in sich und ist ein unterschwelliges Mittel der Einflussnahme, was in ihrem alltäglichen Gebrauch nicht immer offensichtlich ist.
Das zentrale Element der Präsentation von Elisa Jule Braun und Moritz Stumm, die Video-Installation HEIDEGGER’S VALLEY OR TECHNE & THE 3 FOOLS, greift dieses Spannungsfeld auf.

Im Video treffen der „dreiköpfige Höllen-CEO“ und die von ihm erschaffene KI „Techne“ bei dem Vorhaben, ein neues Silicon Valley in der Kleinstadt Meßkirch entstehen zu lassen, auf schwäbische Narren und den wiedergeborenen Philosophie-Bot „Hightekker“. In dieser skurrilen Situation stehen sich Tradition als Vergangenheitsform und Zukunft als Glaube an technologischen Fortschritt gegenüber und versuchen miteinander zu kommunizieren. Es entsteht eine humoristisch erzählte Geschichte um Sprache und ihre Eigenschaft, zugleich verbindendes und trennendes Element zu sein. Zwischen Realität und Fiktion wird ersichtlich, wie durch Sprache Denkweisen vermittelt sowie bewahrt werden und sich somit Machtstrukturen manifestieren können.

Die Objekte und installativen Arbeiten im Raum greifen Elemente des Videos auf. Sie ergänzen und vertiefen die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik. Dabei versuchen beide Künstler*innen auf humorvolle Art die komplexen und kontroversen Dynamiken unserer Gesellschaft aufzuzeigen, ohne dabei eindeutig Partei zu ergreifen. Das fortlaufende Projekt dient dementsprechend als ein Raum für Reflexion, der in Hinblick auf unsere Geschichte, Gegenwart und Zukunft Bewusstsein schaffen soll.

Die Schnelllebigkeit des modernen Zeitalters und die damit einhergehende Undurchsichtigkeit der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstärken die Kontraste unserer Lebensweisen. Wie dabei äußere Einflüsse auf uns wirken und unsere Positionierung stetig verfestigen oder verändern, bleibt oft unverständlich und unbemerkbar. Die Sprache als Kommunikationsmedium wirkt in diesem Zusammenhang subtil auf uns ein. Sie birgt Entwicklungen und Traditionen in sich und ist ein unterschwelliges Mittel der Einflussnahme, was in ihrem alltäglichen Gebrauch nicht immer offensichtlich ist.
Das zentrale Element der Präsentation von Elisa Jule Braun und Moritz Stumm, die Video-Installation HEIDEGGER’S VALLEY OR TECHNE & THE 3 FOOLS, greift dieses Spannungsfeld auf.

Im Video treffen der „dreiköpfige Höllen-CEO“ und die von ihm erschaffene KI „Techne“ bei dem Vorhaben, ein neues Silicon Valley in der Kleinstadt Meßkirch entstehen zu lassen, auf schwäbische Narren und den wiedergeborenen Philosophie-Bot „Hightekker“. In dieser skurrilen Situation stehen sich Tradition als Vergangenheitsform und Zukunft als Glaube an technologischen Fortschritt gegenüber und versuchen miteinander zu kommunizieren. Es entsteht eine humoristisch erzählte Geschichte um Sprache und ihre Eigenschaft, zugleich verbindendes und trennendes Element zu sein. Zwischen Realität und Fiktion wird ersichtlich, wie durch Sprache Denkweisen vermittelt sowie bewahrt werden und sich somit Machtstrukturen manifestieren können.

Die Objekte und installativen Arbeiten im Raum greifen Elemente des Videos auf. Sie ergänzen und vertiefen die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik. Dabei versuchen beide Künstler*innen auf humorvolle Art die komplexen und kontroversen Dynamiken unserer Gesellschaft aufzuzeigen, ohne dabei eindeutig Partei zu ergreifen. Das fortlaufende Projekt dient dementsprechend als ein Raum für Reflexion, der in Hinblick auf unsere Geschichte, Gegenwart und Zukunft Bewusstsein schaffen soll.

@DELPHI_space Emmendinger Straße

Vernissage: 07/01/2022 - 18:00-22:00

Open: 08/01/2022 - 12/01/2022 - 18:00-20:00

Finissage: 13/01/2022 - 18:00-22:00

K/eIN Kollektiv +1

 

Das K/eIN-Kollektiv ist ein Zusammenschluss von in Berlin ansässigen Künstler*innen. Die ungewöhnliche Schreibweise enthält mehrere Informationen über die Grundsätze und Arbeitsweisen des Kollektivs. „Kein“ und „Ein“ verweisen darauf, dass nicht nur gemeinschaftliche Arbeiten zu spezifischen Themen entstehen, sondern durch gegenseitige Bestärkung auch individuelle künstlerische Positionen weiterentwickelt werden.

Gleichzeitig steht das „KIN“ für die gleichnamige Verwandtschafts-Metapher und Theorie von Donna Haraway, in der unterschiedliche Spezies in ihren Lebens- und Arbeitsformen neue und ungewöhnliche Zusammenhänge und Verwandtschaften schließen. Darin schließt sich der Kreis zu einem der Grundsätze des DELPHI_space, unterschiedliche Künste und Lebensweisen zusammenzubringen, um Neues entstehen zu lassen.

 

In der Gruppenausstellung K/eINKollektiv +1 laden wir 5 Künstler*innen dazu ein, DELPHI_space zubespielen. Dabei wird die Herangehensweise des Kollektivs, sich künstlerisch gegenseitig zu beflügeln, zugleich aber die Individualität zu bewahren, offensichtlich.

 

Als +1 unterlegt die Soundinstallation von Friedrich Andreoni die Ausstellung des Kollektivs mit einer zunächst schwer definierbaren Klanglandschaft. Durch die nachträgliche Verfremdung mit Reverbs und Filtern verschwimmen die Grenzen der ursprünglichen Quellen. Die gesampelten italienischen Volkslieder verschwimmen so mit Segel- und Walfangliedern zu einer subtilen Klangsphäre.

 

Die kleinen Wandobjekte des Künstlers Pharaz Azimi heißen Tiramisu. Die Übersetzung als „Muntermacher“ oder „Aufmunterer“ regt die Besucher*innen dazu an, mit den Stücken zu interagieren. Die Bilder zeigen Aktionen und Interventionen des Künstlers im öffentlichen Raum. Dabei sieht man ihn beispielsweise, wie er den Abstand der Räder eines geparkten Autos zum Straßenrand in München misst, der maximal 30cm betragen sollte. In einer anderen Situation schließt Azimi USB-Sticks in einem Elektromarkt an, um persönliche Bilder und dadurch eine Ausstellung im Geschäft zu öffnen. 

 

Anneliese Greve begibt sich in ihrer künstlerischen Praxis mit Hilfe von archäologisch anmutenden Methoden in die philosophische Welt der Anthropologie. Die Firewood betitelten Arbeiten in der Ausstellung sind handgeformte Keramik-Äste, die durch Aluminiumverbindungen zusammengehalten werden. Das menschliche Interesse an der Reproduktion des Natürlichen steht dabei im Vordergrund.

 

Die Künstlerin Yunsun Kim erforscht die sozialen, politischen und kapitalistischen Mechanismen, die unsere tägliche Wahrnehmung regulieren und beeinflussen. Ihre Installation ARE WE HUMAN ORARE WE DANCER besteht aus gestapelten Briefablagen, auf denen jeweils ein Profilbild mit zugehöriger Berufsbeschreibung auf Papier liegt. Die Profile sind jedoch keine echten Personen, sondern durch einen Algorithmus für maschinelles Lernen erzeugt.

 

Nina Plášková zeigt eine Auswahl von Zeichnungen aus ihrem Katalog der Eingelegten. Die darauf abgebildeten Wesen erinnern in Zusammenhang mit dem Titel an konserviertes Leben nach dem Tod. Dazu passend beschreibt die Künstlerin, dass ihre Inspirationsquellen oft in natur-, medizinhistorischen und archäologischen Museen liegen.

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