OTO-OBO

Heideggers's Valley or Techne & the 3 Fools

4/3/2022

-

25/3/2022

Exhibition by Horst Sobotta

Mi.-So. 18:00-20:00 Uhr

Vernissage: 04/03/2022 - 18:00–00:00

Midissage: 16/3/2022 - 18:00–00:00

Finissage: 25/3/2022 - 18:00–00:00

Open: Wednesday - Sunday - 04/03/2022 - 25/3/2022 - 18:00–20:00

Vor genau 30 Jahren hatte Horst Sobotta in der Ausstellungshalle Marienbad (heute Kunstverein Freiburg) seine Einzelausstellung „Photoarbeiten Sobotta“. Aus dem damaligen Ausstellungsplakat entstand die Serie „OTO-OBO“. Die gleichnamige Präsentation in unseren Räumen zeigt neben der Serie weitere Arbeiten des Künstlers und ist zugleich die fünfte Ausstellung im DELPHI_space/gvbk. Der Freiburger untersucht seit 4 Jahrzehnten die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie und lässt sie in seinen Arbeiten scheinbar nahtlos ineinanderfließen.

Die ehemaligen Plakate bilden die Grundlage für die „OTO-OBO“-Serie. Sobotta verwendete die originalen Schwarz-weiß-Plakate der Ausstellung und übermalte sie anschließend mit Pinsel und den für ihn typischen Farben. Heraus kam eine Serie von 180 Unikaten, die jeweils zu 6er-Plakatflächen zusammengefügt wurden. Auf der Rückseite ist buchstäblich der Künstler hinter dem Werk in Form von großflächigen Darstellungen des Fotografen zu sehen. Diese räumliche und zeitliche Sichtbarmachung des künstlerischen Prozesses wird durch einen Wechsel der Vorder- und Rückseiten zur Hälfte der Ausstellungszeit (Médissage) unterstrichen.

Der Mann hinter dem Fotoapparat tritt schon vor Betreten der Ausstellungsfläche in Erscheinung. Etwa lebensgroße Aufsteller im Schaufenster des DELPHI_space/gvbk zeigen Sobotta jeweils mit seiner Kamera. Doch nicht das Sujet bzw. die ankommendenBesucher*innen im Sucher der Kamera, sondern er selbst wird durch die Darstellung zum festgehaltenen Bildthema. Das regt — wie so oft in Sobottas Œuvre — eine Reflexion über die Rollenverhältnisse und -Zuschreibungen von Betrachtenden und Künstler an.

Ein weiteres Thema, mit dem sich der Künstler seit geraumer Zeit beschäftigt, ist die Interaktion bzw. das Spannungsfeld zwischen natürlicher Umgebung und urbanem Lebensraum. Sobotta bereiste und lebte in Städten wie London, Paris, Berlin oder Marseille und machte schließlich in Freiburg halt. Nicht zuletzt gab die Lage seines Ateliers in der Villa Mitscherlich an der Grenze zwischen Stadt und Wald einen entscheidenden Anstoß zur Auseinandersetzung mit der Thematik. Die Serie „Splitscreens“ greift diesen Zusammenhang auf. Darstellungen von Natur stehen neben Abbildungen von Menschen, Technik und Körben. Die schwarzen Trennlinien zwischen den Bildfeldern und die flächige Farbigkeit leitete Sobotta von den Münsterfenstern und ihren Bleifassungen ab, wodurch der Ortsbezug verdeutlicht wird.

In der Mitte des Raumes halten fünf Videosequenzen städtische Situationen fest und zeigen eine weitere inspirative Quelle seines Schaffensprozesses.

In allen ausgestellten Serien wendet Sobotta eine Technik zur medialen Übersetzung von Fotografie in Malerei an. Von ihm geschossene Fotos werden mit dem Computerbearbeitet, auf Folie gedruckt, dann auf die Leinwand projiziert und anschließend in Malerei übertragen. Dabei trägt er stets zuerst die Farbflächen auf, um in einem zweiten Schritt die von der Projektion vorgegebenen Linien aufzutragen.

Dabei werden Fragen nach dem Sehen, der technischen Reproduktion und der Unabhängigkeit der Malerei aufgeworfen.

Offenes Ausstellungsgespräch:

Mi. 23.03.22 18:00–20:00 Uhr


Ticket SaleCrowdfunding & MERCH

Die Schnelllebigkeit des modernen Zeitalters und die damit einhergehende Undurchsichtigkeit der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstärken die Kontraste unserer Lebensweisen. Wie dabei äußere Einflüsse auf uns wirken und unsere Positionierung stetig verfestigen oder verändern, bleibt oft unverständlich und unbemerkbar. Die Sprache als Kommunikationsmedium wirkt in diesem Zusammenhang subtil auf uns ein. Sie birgt Entwicklungen und Traditionen in sich und ist ein unterschwelliges Mittel der Einflussnahme, was in ihrem alltäglichen Gebrauch nicht immer offensichtlich ist.
Das zentrale Element der Präsentation von Elisa Jule Braun und Moritz Stumm, die Video-Installation HEIDEGGER’S VALLEY OR TECHNE & THE 3 FOOLS, greift dieses Spannungsfeld auf.

Im Video treffen der „dreiköpfige Höllen-CEO“ und die von ihm erschaffene KI „Techne“ bei dem Vorhaben, ein neues Silicon Valley in der Kleinstadt Meßkirch entstehen zu lassen, auf schwäbische Narren und den wiedergeborenen Philosophie-Bot „Hightekker“. In dieser skurrilen Situation stehen sich Tradition als Vergangenheitsform und Zukunft als Glaube an technologischen Fortschritt gegenüber und versuchen miteinander zu kommunizieren. Es entsteht eine humoristisch erzählte Geschichte um Sprache und ihre Eigenschaft, zugleich verbindendes und trennendes Element zu sein. Zwischen Realität und Fiktion wird ersichtlich, wie durch Sprache Denkweisen vermittelt sowie bewahrt werden und sich somit Machtstrukturen manifestieren können.

Die Objekte und installativen Arbeiten im Raum greifen Elemente des Videos auf. Sie ergänzen und vertiefen die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik. Dabei versuchen beide Künstler*innen auf humorvolle Art die komplexen und kontroversen Dynamiken unserer Gesellschaft aufzuzeigen, ohne dabei eindeutig Partei zu ergreifen. Das fortlaufende Projekt dient dementsprechend als ein Raum für Reflexion, der in Hinblick auf unsere Geschichte, Gegenwart und Zukunft Bewusstsein schaffen soll.

Die Schnelllebigkeit des modernen Zeitalters und die damit einhergehende Undurchsichtigkeit der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstärken die Kontraste unserer Lebensweisen. Wie dabei äußere Einflüsse auf uns wirken und unsere Positionierung stetig verfestigen oder verändern, bleibt oft unverständlich und unbemerkbar. Die Sprache als Kommunikationsmedium wirkt in diesem Zusammenhang subtil auf uns ein. Sie birgt Entwicklungen und Traditionen in sich und ist ein unterschwelliges Mittel der Einflussnahme, was in ihrem alltäglichen Gebrauch nicht immer offensichtlich ist.
Das zentrale Element der Präsentation von Elisa Jule Braun und Moritz Stumm, die Video-Installation HEIDEGGER’S VALLEY OR TECHNE & THE 3 FOOLS, greift dieses Spannungsfeld auf.

Im Video treffen der „dreiköpfige Höllen-CEO“ und die von ihm erschaffene KI „Techne“ bei dem Vorhaben, ein neues Silicon Valley in der Kleinstadt Meßkirch entstehen zu lassen, auf schwäbische Narren und den wiedergeborenen Philosophie-Bot „Hightekker“. In dieser skurrilen Situation stehen sich Tradition als Vergangenheitsform und Zukunft als Glaube an technologischen Fortschritt gegenüber und versuchen miteinander zu kommunizieren. Es entsteht eine humoristisch erzählte Geschichte um Sprache und ihre Eigenschaft, zugleich verbindendes und trennendes Element zu sein. Zwischen Realität und Fiktion wird ersichtlich, wie durch Sprache Denkweisen vermittelt sowie bewahrt werden und sich somit Machtstrukturen manifestieren können.

Die Objekte und installativen Arbeiten im Raum greifen Elemente des Videos auf. Sie ergänzen und vertiefen die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik. Dabei versuchen beide Künstler*innen auf humorvolle Art die komplexen und kontroversen Dynamiken unserer Gesellschaft aufzuzeigen, ohne dabei eindeutig Partei zu ergreifen. Das fortlaufende Projekt dient dementsprechend als ein Raum für Reflexion, der in Hinblick auf unsere Geschichte, Gegenwart und Zukunft Bewusstsein schaffen soll.

Vernissage: 04/03/2022 - 18:00–00:00

Midissage: 16/3/2022 - 18:00–00:00

Finissage: 25/3/2022 - 18:00–00:00

Open: Wednesday - Sunday - 04/03/2022 - 25/3/2022 - 18:00–20:00

Vor genau 30 Jahren hatte Horst Sobotta in der Ausstellungshalle Marienbad (heute Kunstverein Freiburg) seine Einzelausstellung „Photoarbeiten Sobotta“. Aus dem damaligen Ausstellungsplakat entstand die Serie „OTO-OBO“. Die gleichnamige Präsentation in unseren Räumen zeigt neben der Serie weitere Arbeiten des Künstlers und ist zugleich die fünfte Ausstellung im DELPHI_space/gvbk. Der Freiburger untersucht seit 4 Jahrzehnten die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie und lässt sie in seinen Arbeiten scheinbar nahtlos ineinanderfließen.

Die ehemaligen Plakate bilden die Grundlage für die „OTO-OBO“-Serie. Sobotta verwendete die originalen Schwarz-weiß-Plakate der Ausstellung und übermalte sie anschließend mit Pinsel und den für ihn typischen Farben. Heraus kam eine Serie von 180 Unikaten, die jeweils zu 6er-Plakatflächen zusammengefügt wurden. Auf der Rückseite ist buchstäblich der Künstler hinter dem Werk in Form von großflächigen Darstellungen des Fotografen zu sehen. Diese räumliche und zeitliche Sichtbarmachung des künstlerischen Prozesses wird durch einen Wechsel der Vorder- und Rückseiten zur Hälfte der Ausstellungszeit (Médissage) unterstrichen.

Der Mann hinter dem Fotoapparat tritt schon vor Betreten der Ausstellungsfläche in Erscheinung. Etwa lebensgroße Aufsteller im Schaufenster des DELPHI_space/gvbk zeigen Sobotta jeweils mit seiner Kamera. Doch nicht das Sujet bzw. die ankommendenBesucher*innen im Sucher der Kamera, sondern er selbst wird durch die Darstellung zum festgehaltenen Bildthema. Das regt — wie so oft in Sobottas Œuvre — eine Reflexion über die Rollenverhältnisse und -Zuschreibungen von Betrachtenden und Künstler an.

Ein weiteres Thema, mit dem sich der Künstler seit geraumer Zeit beschäftigt, ist die Interaktion bzw. das Spannungsfeld zwischen natürlicher Umgebung und urbanem Lebensraum. Sobotta bereiste und lebte in Städten wie London, Paris, Berlin oder Marseille und machte schließlich in Freiburg halt. Nicht zuletzt gab die Lage seines Ateliers in der Villa Mitscherlich an der Grenze zwischen Stadt und Wald einen entscheidenden Anstoß zur Auseinandersetzung mit der Thematik. Die Serie „Splitscreens“ greift diesen Zusammenhang auf. Darstellungen von Natur stehen neben Abbildungen von Menschen, Technik und Körben. Die schwarzen Trennlinien zwischen den Bildfeldern und die flächige Farbigkeit leitete Sobotta von den Münsterfenstern und ihren Bleifassungen ab, wodurch der Ortsbezug verdeutlicht wird.

In der Mitte des Raumes halten fünf Videosequenzen städtische Situationen fest und zeigen eine weitere inspirative Quelle seines Schaffensprozesses.

In allen ausgestellten Serien wendet Sobotta eine Technik zur medialen Übersetzung von Fotografie in Malerei an. Von ihm geschossene Fotos werden mit dem Computerbearbeitet, auf Folie gedruckt, dann auf die Leinwand projiziert und anschließend in Malerei übertragen. Dabei trägt er stets zuerst die Farbflächen auf, um in einem zweiten Schritt die von der Projektion vorgegebenen Linien aufzutragen.

Dabei werden Fragen nach dem Sehen, der technischen Reproduktion und der Unabhängigkeit der Malerei aufgeworfen.

Offenes Ausstellungsgespräch:

Mi. 23.03.22 18:00–20:00 Uhr


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