Sic Transit... Ästhetik des Verfalls

Heideggers's Valley or Techne & the 3 Fools

3/6/2022

-

23/6/2022

Group Exhibition by Almut Quaas, Marta Dyachenko, Chris Popovic & Thomas Hammelmann

Die Ausstellung „Sic transit... Ästhetik des Verfalls“ beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten von Verfall und reflektiert die Bedeutung von Kunstwerken im Zusammenhang mit dem öffentlichen Raum.
Der Titel ist eine Abkürzung des lateinischen/historischen Zitats „Sic transit gloria mundi“ und bedeutet übersetzt „So vergeht der Ruhm der Welt“. Der zeitliche Aspekt, der bei Überlegungen zu Verfall stets mitschwingt, spielt eine entscheidende Rolle in den jeweiligen künstlerischen Auseinandersetzungen. Entweder im Sinne von materiellem Vergehen, durch Abnutzung und Witterung, oder aber mit Blick auf eine sich im Wandel der Zeit immerzu verändernde Wertschätzung und Bedeutung von Bau- und Kunstwerken im öffentlichen Raum für die Gesellschaft. Einst besondere Gebäude, Denkmäler und Skulpturen, werden sie zu vergessenen künstlerischen Artefakten, die mit der städtischen Umgebung verschmelzen. Wir nehmen sie kaum noch wahr und dennoch sind sie ein wesentlicher Bestandteil unserer räumlichen Erfahrung der urbanen Umgebung.

Anhand von fotografischen, filmischen, skulpturalen und installativen Arbeiten werden diese Überlegungen in der Ausstellung sichtbar und erfahrbar gemacht.

In ihren fotografischen Arbeiten untersucht Almut Quaas den Verfallsprozess von zwei sich in Freiburg befindenden Plastiken und setzt diese durch ihre künstlerische Bearbeitung in Bezug zu organischen Strukturen und gegenwärtigen Zufallssituationen. Sowohl Wilhelm Eugen Mertens Junge mit einem Zicklein als auch Otto Herbert Hajeks ‚Magnetisches Raumfeld‘ werden so im Sinne des ‚panta rhei‘ (alles fließt) von der Künstlerin in einen zeitgenössischen Bedeutungsrahmen gesetzt. Dabei geht es ihr um eine wertschätzende Betrachtung der vergehenden Kunstwerke, die durch äußere Einflüsse und situative Begebenheiten immer neue Kontexte erfahren.

Chris Popović bedient sich dem gleichen Medium. Sie untersucht in ihren Fotografien die Spuren des Verfalls an Sandra Eades‘ ‚Bodenbildern‘ und Otto Herbert Hajeks ‚Ort der Begegnung‘. Sie dokumentiert die Veränderungen der Strukturen und ihre Verfärbungen, die den unaufhaltsamen Fortlauf der Zeit bezeugen. Gleichzeitig setzt sie die öffentlichen Kunstwerke durch die konzeptuelle Aneinanderreihung der Detailaufnahmen in einen neuen Betrachtungskontext. Den Blick aus der Vergangenheit heraus in die Zukunft wendend, denkt die Künstlerin in ihren Arbeiten ebenfalls über den noch kommenden Verfallszustand nach, indem sie durch eine Intervention vor Ort mit Steinsplit den zukünftigen Strukturverlust antizipiert.

Thomas Hammelmann nähert sich den von ihm behandelten Arbeiten im öffentlichen Raum durch Fragmentierung und Detailaufnahmen. In seiner Videoarbeit ‚Körperteil auf Stengel‘ setzt er die starre Skulptur durch die videografische Transformation der Einzelteile in Bewegung und macht so die fließende Qualität der Arbeit in einer mobilé-artigen Abstraktion erfahrbar. Ergänzend dazu werden Fotografien, installative Elemente und Videos gezeigt, die Fragen über die Wiederverwertung und Nutzung des Materials der vergehenden Kunstwerke aufwerfen.

Marta Dyachenkos Betonskulpturen greifen die Auseinandersetzung mit Material und Materialverfall auf und übertragen sie auf den gesamten architektonischen Raum. Von der Herstellung, dem Transport, der Verarbeitung bis hin zum Verfall von Material, befindet sich der gebaute Raum in einem stetigen Kreislauf, an dem wir als Gesellschaft teilhaben. Ihre Arbeiten versuchen den Maßstab von Mensch und Gebautem sowie den Zwischenzustand von Unfertigem und bereits Ruinösen zu vergegenwärtigen, um auf diesen Kreislauf aufmerksam zumachen.

Diese Gruppenausstellung ist Bestandteil des Rahmenprogramms der Ausstellung "70Jahre Kunst am Bau in Deutschland", die derzeit im Herderbau gezeigt wird. Sie befasst sich mit der Entwicklung der Kunst am Bau in Deutschland von der Zeit nachdem Zweiten Weltkrieg bis heute und thematisiert die Pflege und den Verlust von künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum.

Ticket SaleCrowdfunding & MERCH

Die Schnelllebigkeit des modernen Zeitalters und die damit einhergehende Undurchsichtigkeit der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstärken die Kontraste unserer Lebensweisen. Wie dabei äußere Einflüsse auf uns wirken und unsere Positionierung stetig verfestigen oder verändern, bleibt oft unverständlich und unbemerkbar. Die Sprache als Kommunikationsmedium wirkt in diesem Zusammenhang subtil auf uns ein. Sie birgt Entwicklungen und Traditionen in sich und ist ein unterschwelliges Mittel der Einflussnahme, was in ihrem alltäglichen Gebrauch nicht immer offensichtlich ist.
Das zentrale Element der Präsentation von Elisa Jule Braun und Moritz Stumm, die Video-Installation HEIDEGGER’S VALLEY OR TECHNE & THE 3 FOOLS, greift dieses Spannungsfeld auf.

Im Video treffen der „dreiköpfige Höllen-CEO“ und die von ihm erschaffene KI „Techne“ bei dem Vorhaben, ein neues Silicon Valley in der Kleinstadt Meßkirch entstehen zu lassen, auf schwäbische Narren und den wiedergeborenen Philosophie-Bot „Hightekker“. In dieser skurrilen Situation stehen sich Tradition als Vergangenheitsform und Zukunft als Glaube an technologischen Fortschritt gegenüber und versuchen miteinander zu kommunizieren. Es entsteht eine humoristisch erzählte Geschichte um Sprache und ihre Eigenschaft, zugleich verbindendes und trennendes Element zu sein. Zwischen Realität und Fiktion wird ersichtlich, wie durch Sprache Denkweisen vermittelt sowie bewahrt werden und sich somit Machtstrukturen manifestieren können.

Die Objekte und installativen Arbeiten im Raum greifen Elemente des Videos auf. Sie ergänzen und vertiefen die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik. Dabei versuchen beide Künstler*innen auf humorvolle Art die komplexen und kontroversen Dynamiken unserer Gesellschaft aufzuzeigen, ohne dabei eindeutig Partei zu ergreifen. Das fortlaufende Projekt dient dementsprechend als ein Raum für Reflexion, der in Hinblick auf unsere Geschichte, Gegenwart und Zukunft Bewusstsein schaffen soll.

Die Schnelllebigkeit des modernen Zeitalters und die damit einhergehende Undurchsichtigkeit der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstärken die Kontraste unserer Lebensweisen. Wie dabei äußere Einflüsse auf uns wirken und unsere Positionierung stetig verfestigen oder verändern, bleibt oft unverständlich und unbemerkbar. Die Sprache als Kommunikationsmedium wirkt in diesem Zusammenhang subtil auf uns ein. Sie birgt Entwicklungen und Traditionen in sich und ist ein unterschwelliges Mittel der Einflussnahme, was in ihrem alltäglichen Gebrauch nicht immer offensichtlich ist.
Das zentrale Element der Präsentation von Elisa Jule Braun und Moritz Stumm, die Video-Installation HEIDEGGER’S VALLEY OR TECHNE & THE 3 FOOLS, greift dieses Spannungsfeld auf.

Im Video treffen der „dreiköpfige Höllen-CEO“ und die von ihm erschaffene KI „Techne“ bei dem Vorhaben, ein neues Silicon Valley in der Kleinstadt Meßkirch entstehen zu lassen, auf schwäbische Narren und den wiedergeborenen Philosophie-Bot „Hightekker“. In dieser skurrilen Situation stehen sich Tradition als Vergangenheitsform und Zukunft als Glaube an technologischen Fortschritt gegenüber und versuchen miteinander zu kommunizieren. Es entsteht eine humoristisch erzählte Geschichte um Sprache und ihre Eigenschaft, zugleich verbindendes und trennendes Element zu sein. Zwischen Realität und Fiktion wird ersichtlich, wie durch Sprache Denkweisen vermittelt sowie bewahrt werden und sich somit Machtstrukturen manifestieren können.

Die Objekte und installativen Arbeiten im Raum greifen Elemente des Videos auf. Sie ergänzen und vertiefen die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik. Dabei versuchen beide Künstler*innen auf humorvolle Art die komplexen und kontroversen Dynamiken unserer Gesellschaft aufzuzeigen, ohne dabei eindeutig Partei zu ergreifen. Das fortlaufende Projekt dient dementsprechend als ein Raum für Reflexion, der in Hinblick auf unsere Geschichte, Gegenwart und Zukunft Bewusstsein schaffen soll.

Die Ausstellung „Sic transit... Ästhetik des Verfalls“ beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten von Verfall und reflektiert die Bedeutung von Kunstwerken im Zusammenhang mit dem öffentlichen Raum.
Der Titel ist eine Abkürzung des lateinischen/historischen Zitats „Sic transit gloria mundi“ und bedeutet übersetzt „So vergeht der Ruhm der Welt“. Der zeitliche Aspekt, der bei Überlegungen zu Verfall stets mitschwingt, spielt eine entscheidende Rolle in den jeweiligen künstlerischen Auseinandersetzungen. Entweder im Sinne von materiellem Vergehen, durch Abnutzung und Witterung, oder aber mit Blick auf eine sich im Wandel der Zeit immerzu verändernde Wertschätzung und Bedeutung von Bau- und Kunstwerken im öffentlichen Raum für die Gesellschaft. Einst besondere Gebäude, Denkmäler und Skulpturen, werden sie zu vergessenen künstlerischen Artefakten, die mit der städtischen Umgebung verschmelzen. Wir nehmen sie kaum noch wahr und dennoch sind sie ein wesentlicher Bestandteil unserer räumlichen Erfahrung der urbanen Umgebung.

Anhand von fotografischen, filmischen, skulpturalen und installativen Arbeiten werden diese Überlegungen in der Ausstellung sichtbar und erfahrbar gemacht.

In ihren fotografischen Arbeiten untersucht Almut Quaas den Verfallsprozess von zwei sich in Freiburg befindenden Plastiken und setzt diese durch ihre künstlerische Bearbeitung in Bezug zu organischen Strukturen und gegenwärtigen Zufallssituationen. Sowohl Wilhelm Eugen Mertens Junge mit einem Zicklein als auch Otto Herbert Hajeks ‚Magnetisches Raumfeld‘ werden so im Sinne des ‚panta rhei‘ (alles fließt) von der Künstlerin in einen zeitgenössischen Bedeutungsrahmen gesetzt. Dabei geht es ihr um eine wertschätzende Betrachtung der vergehenden Kunstwerke, die durch äußere Einflüsse und situative Begebenheiten immer neue Kontexte erfahren.

Chris Popović bedient sich dem gleichen Medium. Sie untersucht in ihren Fotografien die Spuren des Verfalls an Sandra Eades‘ ‚Bodenbildern‘ und Otto Herbert Hajeks ‚Ort der Begegnung‘. Sie dokumentiert die Veränderungen der Strukturen und ihre Verfärbungen, die den unaufhaltsamen Fortlauf der Zeit bezeugen. Gleichzeitig setzt sie die öffentlichen Kunstwerke durch die konzeptuelle Aneinanderreihung der Detailaufnahmen in einen neuen Betrachtungskontext. Den Blick aus der Vergangenheit heraus in die Zukunft wendend, denkt die Künstlerin in ihren Arbeiten ebenfalls über den noch kommenden Verfallszustand nach, indem sie durch eine Intervention vor Ort mit Steinsplit den zukünftigen Strukturverlust antizipiert.

Thomas Hammelmann nähert sich den von ihm behandelten Arbeiten im öffentlichen Raum durch Fragmentierung und Detailaufnahmen. In seiner Videoarbeit ‚Körperteil auf Stengel‘ setzt er die starre Skulptur durch die videografische Transformation der Einzelteile in Bewegung und macht so die fließende Qualität der Arbeit in einer mobilé-artigen Abstraktion erfahrbar. Ergänzend dazu werden Fotografien, installative Elemente und Videos gezeigt, die Fragen über die Wiederverwertung und Nutzung des Materials der vergehenden Kunstwerke aufwerfen.

Marta Dyachenkos Betonskulpturen greifen die Auseinandersetzung mit Material und Materialverfall auf und übertragen sie auf den gesamten architektonischen Raum. Von der Herstellung, dem Transport, der Verarbeitung bis hin zum Verfall von Material, befindet sich der gebaute Raum in einem stetigen Kreislauf, an dem wir als Gesellschaft teilhaben. Ihre Arbeiten versuchen den Maßstab von Mensch und Gebautem sowie den Zwischenzustand von Unfertigem und bereits Ruinösen zu vergegenwärtigen, um auf diesen Kreislauf aufmerksam zumachen.

Diese Gruppenausstellung ist Bestandteil des Rahmenprogramms der Ausstellung "70Jahre Kunst am Bau in Deutschland", die derzeit im Herderbau gezeigt wird. Sie befasst sich mit der Entwicklung der Kunst am Bau in Deutschland von der Zeit nachdem Zweiten Weltkrieg bis heute und thematisiert die Pflege und den Verlust von künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum.

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